Schulterschluss für Prävention

Rheinland-Pfalz unterzeichnet Landesrahmenvereinbarung

21.07.2016

Image

Die gesetzlichen Krankenkassen, die Renten-, Pflege- und Unfallversicherung sowie das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium haben in Mainz die Landesrahmenvereinbarung Prävention unterzeichnet.  (© eyeQ - Fotolia)

Prävention und Gesundheitsförderung umfassen alle Lebensbereiche und sind Grundvoraussetzung für ein langes gesundes Leben. "Mit der Verabschiedung des Präventionsgesetzes im Jahr 2015 hat der Gesetzgeber die Weichen zur Stärkung und Intensivierung vorbeugender Angebote gestellt. Rheinland-Pfalz ist nun als viertes Bundesland dem Auftrag, eine Landesrahmenvereinbarung zu schaffen, nachgekommen", betonte Sabine Bätzing-Lichtenthäler, rheinland-pfälzische Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, anlässlich der Unterzeichnung der Landesrahmenvereinbarung Prävention in Mainz. "Hieran wirken viele Beteiligte mit: Die gesetzlichen Krankenkassen, die Renten-, Pflege- und Unfallversicherung sowie das Gesundheitsministerium. Unter Berücksichtigung rheinland-pfälzischer Besonderheiten haben die Vorgaben der Bundesebene nun Eingang gefunden in neue gesundheitsfördernde Angebote. Gleichzeitig stärkt die Vereinbarung bereits bestehende Ansätze", sagte Bätzing-Lichtenthäler.

Gemeinschaftlich soll daran gearbeitet werden, dass alle Menschen, die in Rheinland-Pfalz leben, die gleichen Gesundheitschancen haben. Mittel in Höhe von mehr als 23 Millionen Euro stellen die gesetzlichen Krankenkassen im Land zur Umsetzung vorbeugender Maßnahmen zur Verfügung. Dazu sollen insbesondere übergreifende Präventionsaktivitäten gefördert werden. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Menschen, die ein erhöhtes Gesundheitsrisiko tragen. Besondere Beachtung werden auch geschlechtsbezogene Aspekte finden. Von den Präventionsmaßnahmen profitieren sollen insbesondere Menschen, die aufgrund von besonderen Lebenslagen oder Mehrfachbelastungen, z. B. Beruf, Familie, häusliche Pflege oder Ehrenamt, einen erhöhten Bedarf an Präventionsmaßnahmen haben. Die Menschen sollen direkt in ihren Lebenswelten, das heißt in den Kommunen, Betrieben, den Kindertagesstätten und Schulen, kompetenzen- und ressourcenorientiert gefördert werden.

"Um diese Gesundheitsziele nachhaltig und mit hoher Qualität zu realisieren, haben sich die Unterzeichner darauf verständigt, sich stärker zu vernetzen und die Umsetzung der angestoßenen Aktivitäten in wechselseitiger Abstimmung voranzutreiben", so Bätzing-Lichtenthäler.

Die Gesundheitsministerin hob zudem hervor, die Landesrahmenvereinbarung werde vor allem vom Gedanken der 'Gemeinschaft', vom vernetzten Handeln, getragen. Sie halte fest, dass die Beteiligten separate Kooperationsvereinbarungen zu einzelnen Maßnahmen oder Projekten schließen können, so Bätzing-Lichtenthäler. Um die Zusammenarbeit stärker als zuvor aufeinander abzustimmen, haben sich die Unterzeichner der Landesrahmenvereinbarung darauf verständigt, eine jährlich tagende Landespräventionskonferenz zu etablieren, in der die Weiterentwicklung und landesspezifische Ausrichtung der Präventionsziele besprochen und geprüft wird.

Auch schon vor Inkrafttreten des Präventionsgesetzes hat Rheinland-Pfalz gemeinsam mit den Beteiligten dieser Landesrahmenvereinbarung und ihren Partnern viele erfolgreiche Ansätze der Gesundheitsförderung auf den Weg gebracht“, betonte Bätzing-Lichtenthäler. "Unser Land verfügt bereits über tragfähige Strukturen und Kooperationen, wie etwa bei der Koordinierungsstelle "Gesundheitliche Chancengleichheit", der Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege sowie bei der Förderung des Präventionsprojektes "HaLT - Hart am Limit," ergänzt die Ministerin. "Ich freue mich nun auf den Ausbau der gemeinsamen Zusammenarbeit, um das Thema Prävention in Rheinland-Pfalz weiter voranzubringen."

Statements der beteiligten Partner zur Landesrahmenvereinbarung 'Prävention'

Frau Dr. Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland - Die Gesundheitskasse

"Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland - Die Gesundheitskasse begrüßt die gemeinsame Unter-zeichnung der Landesvereinbarung Prävention. Bereits seit über 30 Jahren engagiert sich die AOK für Gesundheit und Prävention und ist mit erfolgreichen Projekten - wozu auch das Betriebliche Gesundheitsmanagement gehört - in unterschiedlichen Lebenswelten unterwegs. Als Leuchtturmprojekt sei hier das Konzept JolinchenKids genannt, welches als flächendeckendendes Präventionskonzept viele Kinder, Eltern und Erzieherinnen und Erzieher gleicher-maßen für gesunde Lebensweise zu begeistert. Die AOK wird sich auch weiterhin aktiv im Sinne des Präventionsgesetzes einbringen, um so mit allen beteiligten Akteuren gemeinsam passgenaue Präventionsangebote für alle Menschen in Rheinland-Pfalz anzubieten und Gesundheitsangebote zu gestalten."

Anneliese Bodemar, Leiterin der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz

"Die Techniker Krankenkasse ist ein starker Partner und treibende Kraft im Präventionsbereich. Seit vielen Jahren investieren wir Gelder, die weit über das gesetzliche Maß hinausgehen. So wurde beispielsweise unser Projekt "Gesunde Schule/Gesunde Kita" mit einem Fördervolumen von 200.000 Euro bisher rund 60-mal in Rheinland-Pfalz umgesetzt."

Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Barmer GEK

"Mit der Unterzeichnung der Landesrahmenvereinbarung für Prävention haben sich die gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherungen sowie die Unfall- und Rentenversicherungen erstmals gemeinsam dazu verpflichtet, Gesundheitsförderung und Prävention in Rheinland-Pfalz voranzutreiben. Das ist gut so, denn bei der Behandlung vieler Krankheiten stößt das Gesundheitssystem immer öfter an Grenzen."

Martin Schneider, Leiter des Ersatzkassenverbandes (vdek)

"Mit der Unterzeichnung der Landesrahmenvereinbarung können jetzt die erweiterten Spielräume des Präventionsgesetzes genutzt werden, sagte Martin Schneider, Leiter des Ersatzkassenverbandes in Rheinland-Pfalz (vdek). Insbesondere mit Projekten in Lebenswelten wie Kindergarten, Schule oder Kommune sollen Menschen besser erreicht werden, die bisher Präventionsangebote nur in geringem Umfang wahrgenommen haben. Damit soll ein Beitrag geleistet werden, die Ungleichheiten von Gesundheitschancen in unserer Gesellschaft zu vermindern, so Schneider. Gesundheitsförderung sei aber ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag, weshalb zahlreiche weitere Partner für die Umsetzung der Landesrahmenvereinbarung gewonnen werden müssen."

Armin Beck, Leiter der Regionaldirektion der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See

"Die Landesrahmenvereinbarung bildet in Rheinland-Pfalz die Grundlage für ein flächendeckendes, bedarfsgerechtes und qualitativ hochwertiges Präventionsangebot. Als Träger der gesetzlichen Rentenversicherung sowie der Kranken- und Pflegeversicherung sind wir durch unser einzigartiges Verbundsystem sehr gut aufgestellt, um einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Gesundheitsförderung im Land zu leisten."

Saskia Wollny, Geschäftsführerin der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz

"Als Rentenversicherungsträger wissen wir, dass eine möglichst vollständige Erwerbsbiographie die Basis für eine gute Rente ist. Dies unterstützen wir mit unseren Rehabilitationsmaßnahmen und seit einigen Jahren auch mit Präventionsprojekten. Der heutige Tag gibt uns die Chance, die Ansätze aller beteiligten Akteure zu bündeln und so den Präventionsgedanken - als frühzeitige Intervention noch vor der Rehabilitation - zu verstärken. Das ist besonders wichtig in einer Zeit, in der wir uns zunehmend auf den demografischen Wandel mit älter werdenden Belegschaften einstellen müssen. Belastungen im Arbeitsleben werden nicht nachlassen. Prävention kommt in erster Linie den beschäftigten Menschen über eine höhere Lebensqualität zu Gute, sie rechnet sich aber auch ökonomisch."

Christoph Preuße, Präventionsleiter des Landesverbandes Mitte der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)

"Die besondere Bedeutung dieser Landesrahmenvereinbarung liegt in der Weiterentwicklung der gemeinsamen Aktivitäten. Ziel ist, die betriebliche Gesundheitsförderung und den Arbeitsschutz in Betrieben und Bildungseinrichtungen noch enger zu verzahnen."

Pressekontakt

DGUV - Pressestelle
Glinkastraße 40
10117 Berlin

Pressesprecher:
Gregor Doepke
Stefan Boltz
Tel.: 030 288763768

Pressereferentin:
Elke Biesel
Tel.: 030 288763767

Pressestelle

Informiert bleiben

Sie wollen regelmäßig Pressemitteilungen der DGUV erhalten? Dann können Sie sie hier abonnieren.