Absturz

Absturz ist außerhalb des Straßenverkehrs die mit Abstand tödlichste Unfallgefahr in der gewerblichen Wirtschaft.

Im Jahr 2020 wurden 60 von insgesamt 316 bzw. 19 % der tödlichen Arbeitsunfälle durch Absturz verursacht. Bei Betrachtung des Zeitraums von 2010 bis 2020 ereigneten sich im Durchschnitt gut 65 tödliche Absturzunfälle pro Jahr.

Durchschnittlich mehr als 2.800 Absturzunfälle jährlich zogen zwischen 2010 und 2020 zudem eine Unfallrente für die Betroffenen nach sich, wiesen also eine besondere Schwere auf. Für den selben Zeitraum wurden im Jahresdurchschnitt über 41.000 Absturzunfälle insgesamt gezählt.

Die meisten tödlichen Absturzunfälle stehen aktuell in Zusammenhang mit Arbeiten an und auf Dächern und zugehörigen baulichen Einrichtungen. Viele tödliche Absturzunfälle ereignen sich zudem bei der Verwendung von Gerüsten. Die Nutzung von Leitern ist verantwortlich für die Mehrzahl der nicht-tödlichen Absturzunfälle.

Aktivitäten der DGUV zur Prävention von Absturzunfällen

Gerade aufgrund der schweren und oftmals tödlichen Folgen von Absturzunfällen engagieren sich die DGUV und die Unfallversicherungsträger stark in der Absturz-Prävention. Hier findet sich ein zentraler Ansatzpunkt zu Erreichung der so genannten Vision Zero, zu der sich auch die DGUV und ihre Mitglieder bekannt haben.

Zudem sind drei Präventionsfachgremien der DGUV schwerpunktmäßig mit diesem Themenbereich beschäftigt:

  • Sachgebiet „Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz / Rettungsausrüstungen“ im Fachbereich „Persönliche Schutzausrüstungen“; Internet / Webcode dguv.de: d26414
  • Sachgebiet „Hochbau“ im Fachbereich „Bauwesen“; Internet / Webcode dguv.de: d1165896
  • Sachgebiet „Bauliche Einrichtungen und Leitern“ im Fachbereich „Handel und Logistik“; Internet / Webcode dguv.de: d919585

In diesen Gremien erarbeiten insbesondere Fachleute der Unfallversicherungsträger Hilfestellungen zur Absturzprävention für Unternehmen und beraten diese auch direkt.

Aktuelle Entwicklungen in der Prävention von Absturzunfällen

Etablierte technische (z.B. Seitenschutz, Schutznetze) und persönliche (PSA gegen Absturz) Schutzmaßnahmen sind seit Jahrzehnten verfügbar. Durch eine konsequente Nutzung dieser Möglichkeiten und ein sicherheitsorientiertes Handeln ließe sich ein Großteil der Absturzunfälle vermeiden. Technische Innovationen können allerdings helfen, gefährliche Situationen im Vorhinein auszuschließen. So können durch die Verwendung von Drohnen riskante Arbeitseinsätze vermieden werden, durch den Einsatz von Virtueller Realität (VR) für Unterweisungen könnte eine individuelle Sensibilisierung für Absturzgefahren erreicht werden und zukünftig könnten mit Hilfe von Bilderkennungssoftware die Absturzgefahren im Arbeitsumfeld schnell analysiert und Vorschläge für Schutzmaßnahmen unterbreitet werden.

 

Ansprechperson

Martin Sobottke
Hauptabteilung Sicherheit und Gesundheit (SiGe)
Referat "Betreuung Fachbereiche der DGUV"
Tel.: +49 30 13001-4564