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Aufbau eines Messwertkatasters arbeitsbezogener Belastungen der oberen Extremität

Projekt-Nr. IFA 4212

Status:

abgeschlossen 02/2017

Zielsetzung:

Diagnosen aus dem Bereich der Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) liegen Krankschreibungen zugrunde, die über Jahrzehnte hinweg etwa ein Viertel der Arbeitsunfähigkeitstage verursachen. Diese Beschwerden und Erkrankungen betreffen neben der unteren Wirbelsäule und den Beinen insbesondere auch die obere Extremität.

Als arbeitsbezogene physische Belastungen, die in unterschiedlicher Ausprägung zu MSE der oberen Extremität (MSE-OE) führen können, gelten Repetition (fortgesetzte, wiederholte, gleichförmige Bewegungen oder Muskelkontraktionen) und statische Haltungen, der Kraftaufwand der Hände (z. B. Greifkraft) sowie die Einwirkung von Hand-Arm-Schwingungen (Hand-Arm-Vibration = HAV). Diese Belastungen kommen in den verschiedensten Berufen und Branchen mit manuellen Arbeitsprozessen vor, sodass die Erhebung von Belastungs- und die Ableitung von Risikoprofilen die Untersuchung der konkret ausgeübten Tätigkeit erfordert.

Wenngleich die genannten Belastungsfaktoren wissenschaftlich anerkannt sind, fehlen weiterhin einheitliche und vor allem quantifizierende Erhebungsverfahren, die Vergleichbarkeit zwischen den Belastungsprofilen untersuchter Tätigkeiten herstellen und damit die Grundlage einer fundierten Kategorisierung in Risikogruppen bilden. Ziel dieses Projektes ist es, basierend auf den Erfahrungen zum Aufbau eines Carpaltunnel-Syndrom (CTS)-Messwertkatasters - sowohl vor dem Hintergrund von Berufskrankheiten als auch der Prävention von MSE der oberen Extremität allgemein - weitere Messparameter für die Erhebung von Belastungsprofilen und Verfahren für die Ableitung von Risikoprofilen zu erarbeiten und das Messwertkataster in die Anamesesoftware einzubinden.

Aktivitäten/Methoden:

Vergleichbar zu der Vorgehensweise beim Aufbau des CTS-Messwertkatasters (s. Projekt IFA 4189) wurden aus der arbeitswissenschaftlichen Literatur sowohl geeignete Messparameter ermittelt als auch erste Bewertungsansätze abgeleitet. Das CUELA-System (Computerunterstützte Erfassung und Langzeitanalyse von Belastungen des Muskel-Skelett-Systems), das bereits im Projekt 4189 um ein EMG-Modul (EMG = Elektromyografie) erweitert worden war, diente der Erfassung der Messparameter. Die Messungen erfolgten unter Anwendung des für dieses Verfahren spezifisch entwickelten Messprotokolls, das auf neue Anforderungen angepasst wurde.

Ergebnisse:

Mit diesem Verfahren konnten Messdaten gewonnen werden, die dem Aufbau eines Messwertkatasters für arbeitsbezogene Belastungen der oberen Extremität dienen können. Für die Einbindung des Messwertkatasters in die bestehende CTS-Anamnesesoftware konnte eine Eingabemaske und Schnittstelle entwickelt und umgesetzt werden. Die Funktionalität dieser Software-Option konnte anhand der im Kataster enthaltenen Messwert basierten Beurteilung-Scores für wenige Beispieltätigkeiten überprüft werden. Zur weiteren Anpassung und Fortentwicklung der Software sollten weitere Tätigkeiten, die messtechnisch analysiert wurden, und neu zu berücksichtigenden Beurteilungsparameter in das Kataster eingepflegt werden. Die Entscheidung darüber, welche Daten Aufnahme in das Kataster finden und veröffentlicht werden, steht aus. Darüber hinaus bestehen Überlegungen in einem UVT-übergreifenden Folgeprojekt auch Ratings von Fachleuten zu integrieren und ggfs. diese messtechnisch zu überprüfen.

Stand:

06.08.2018

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren

Schlagworte:

Muskel-Skelett-Erkrankungen (außer Krebserkrankungen)

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Muskel-Skelett-Erkrankungen der oberen Extremität, physische Belastung/Beanspruchung, Messwertkataster, Gefährdungsbeurteilung, Prävention

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